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Mykene

Einführung


Mykene ist heute ein Dorf, das etwa 450 Menschen bewohnen. Die im Südosten der Ebene  der Argolis liegende Ortschaft trug bis ins Jahr 1928 den Namen Charvati, danach erst bekam sie wieder ihren in der Antike so berühmten Namen. Die heutigen Einwohner bewirtschaften wie ehedem die Erde ihrer Vorväter, doch da der weltweit bekannte Ort Jahr für Jahr tausende von Besuchern anzieht, sind sie auch mit touristischen Unternehmen beschäftigt. Die Geschichte der Gegend ist natürlich untrennbar mit der Geschichte der Mykener der Antike verflochten, hier spürt man noch immer den Herzschlag der ersten, für das griechische Land so wichtigen, Kultur – die der Mykener.

Anfahrt
Mykene ist zirka 150 km von Athen entfernt, der schnellste Weg dorthin ist die Autobahn Athen – Tripolis. Zunächst fährt man Richtung Argos – Nauplia, dann ist Mykene selbst ausgeschildert. Es existiert auch eine regelmäßige Busverbindung der KTEL (griech.: ΚΤΕΛ) von Athen aus (Tel.: 210 – 51 34 588).

Ein Blick in die Vergangenheit
Die Anhöhe von Mykene ist bereits seit 2.500 v. Chr. besiedelt, die strahlendste Zeit in der ihrer gesamten Geschichte jedoch begann während der Bronzezeit um 1600 bis 1110 v. Chr., als die mykenische Kultur in voller Blüte stand. Laut der Mythologie war Perseus, der Sohn von Zeus und Danae, nicht nur der Erbauer sondern auch Herrscher der ersten Dynastie der Mykener. Dann folgte die Herrschaft der Pelopiden (die Nachkommen des Pelops) mit ihrem ersten Prinzen Atreas, dessen Sohn und Nachfolger der berühmte Agamemnon war, der «König der Könige», der die Griechen später in den Kampf gegen Troja führte. Die strategisch einmalige Lage der Akropolis von Mykene - auf einem Hügel mit fantastischer Rundsicht über die Ebene von Argos - sowie der natürliche Schutz, den die Örtlichkeit bot, wurden durch die Befestigungsanlagen perfekt ergänzt. Eben diese geradezu privilegierte Lage brachte den Bewohnern die nötige Kontrolle, um ihren Handel mit ganz Südgriechenland, Zypern, Kleinasien und Ägypten bestens regeln zu können. Die logische Folge daraus war, dass die Herrscher der Mykener zu beachtlichem Reichtum und großer Macht kamen. Nach der Mythologie war Mykene von Zyklopen erbaut worden, die noch heute zu sehenden, zyklopischen Mauern wurden in drei Phasen errichtet. Etwa 1350 v. Chr. wurden die ersten Mauern gebaut, die nur die höchste Erhebung des Hügels umschloss, erst um 1250 v. Chr. entstanden das Löwentor und die Mauern wurden um ein beachtliches Stück erweitert. Die letzte Bauphase, im nordöstlichen Teil Mykenes,  war erst 50 Jahre später, also 1200 v. Chr. Innerhalb der gigantischen Mauern befand sich damit auch die Quelle, die die gesamte Akropolis mit Wasser versorgte. Diese letzten Erweiterungsarbeiten verschafften der jetzt großen Oberstadt auch ein ausgeklügeltes Verteidigungssystem, das es den Mykenern ermöglichte, ein bedeutendes Straßennetz zu errichten und damit ihren Handel zu erweitern und zum Erblühen zu bringen. In der Mitte des 14. Jh. v. Chr. erreichte diese Blütezeit ihren Höhepunkt, der bis zum 11. Jh. v. Chr. weitgehend abflaute, was jedoch nicht den vollkommenen Untergang der Mykener bedeutete. Die Katastrophe des Staates der Chetiten in Kleinasien, der der einzige war, der bereits im 17. Jh. v. Chr. mit der Kunst des Bearbeitens von Eisen vertraut war, sowie der Verlust des Handels mit Ägypten, erschütterten Mykene schwer. Ihr Untergang wurde durch die Abkömmlinge des Herkules (die Dorer und die Makedoner) besiegelt und die einstmals so mächtige Akropolis entwickelte sich zu einer kleinen, unbedeutenden Siedlung. Im Jahr 468 v. Chr. wurde Mykene von den Einwohnern von Argos zerstört. Der Wiederaufbau im 3. Jh. v. Chr. konnte den kompletten Untergang Mykenes nicht mehr verhindern. Pausanias sollte 200 na. Chr. eine verlassene Stadt vorfinden, deren Gebäude zumeist schon zur Hälfte mit Erde bedeckt waren. Die ersten Ausgrabungsarbeiten fanden kurz nach der Befreiung von den Türken statt, im Jahr 1841 fand der Archäologe Pittakis das Löwentor, und er konnte diesen Zeugen des einstigen Reichtums Mykenes bis zu seiner Basis freilegen. Doch erst die im Jahr 1876 von einem Pionier der Archäologie, Erich Schliemann, durchgeführten Ausgrabungen konnten die Geschichten und die Mythen, die Homer und Vergilius besangen, als wahr bestätigen, denn sie brachten einen beachtlichen Teil der strahlenden Geschichte der mykenischen Kultur in Form von spektakulären Funden ans Tageslicht. Ab 1886 wurde die Arbeit Schliemanns von einer weiteren Größe der Archäologie, dem Archäologen Christos Tsountas, weitergeführt.      
Die archäologische Stätte von Mykene ist nicht nur die interessanteste Sehenswürdigkeit der Umgebung, sondern eine der bedeutendsten der ganzen Argolis.

Örtliche Veranstaltungen
Am 27.Juli, dem Namenstag des Heiligen Panteleimonas (griech.:  Άγιος Παντελεήμονας), begeht man in Mykene ein traditionelles Dorffest (griech.: πανηγύρι – Panijyri). Das wäre ein guter Anlass, den Besuch der bedeutenden archäologischen Stätte von Mykene mit dem Vergnügen eines Dorffestes zu verbinden.   

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